Startseite » Service » Was ist beim Bergsteigen in größerer Höhe zu beachten?

Was ist beim Bergsteigen in größerer Höhe zu beachten?


Was verstehen wir überhaupt unter den verschiedenen Höhenangaben?

Allgemein wird in mittlere Höhen (1.500 m – 2.500 m), große Höhen (2.500 m – 5.300 m) und extreme Höhen (5.300 m – 8.848 m) unterschieden. Schon im Grenzbereich der mittleren Höhe kann es zu höhenbedingten körperlichen Störungen kommen. Diese sind sowohl von den individuell physischen Voraussetzungen eines jeden Bergsteigers abhängig, als auch von der Gestaltung des Anstiegs und damit der Akklimatisierung.


Wie bereite ich mich auf die Höhe vor?

Höhe bedeutet in erster Linie Sauerstoffmangel. Auf ca. 5.500 m ist nur noch die Hälfte des Sauerstoffkonzentrats in der Luft vorhanden. Nicht jeder Bergsteiger verträgt das auf Anhieb gut. Alter und Geschlecht spielen dabei keine Rolle, wohl aber ein guter Gesundheitszustand. Deshalb sollte vor jeder geplanten Trekkingtour eine Untersuchung und Beratung durch einen höhenerfahrenen Arzt erfolgen. Spezifische Tests auf Höhentauglichkeit gibt es nicht. Allerdings bietet eine Tour über mehrere Tage in höhergelegene Gebiete mit aktiver Bewegung im Vorfeld der Reise (1-2 Wochen vorher) eine gute Vorbereitung und beschleunigt damit die Akklimatisation im Zielgebiet.

Wichtig: Bereits vor einer solchen Reise kann jeder seine Kondition, Abwehrfunktion und Abhärtung trainieren. Wir empfehlen 4-5 Stunden pro Woche Kraftausdauer, längere Läufe und Treppenlauf-Training - unser absoluter Geheimtipp. Das sind wertvolle Voraussetzungen! Bei der Bergbesteigung selbst ist es besonders wichtig, in jeden Moment die Anweisungen des Reiseleiters zu befolgen. Er wird während der Tour immer darauf achten, einen langsamen Anstieg zu realisieren. Eine richtige Akklimatisierung setzt theoretisches Wissen und praktische Erfahrung voraus.


Welche Höhentaktik ermöglicht mir die beste Akklimatisation?

Jede schwere Höhenkrankheit ist vermeidbar! Der menschliche Organismus muss sich bereits ab der so genannten Schwellenhöhe von 2.500 m über dem Meeresspiegel einige Tage an den Sauerstoffmangel gewöhnen. In dieser Anpassungsphase gilt: Nicht zu schnell hochsteigen und keine Anstrengung. Die Vorbereitung beginnt bereits zu Hause. Vermeiden Sie in den Tagen vor der Abreise Stress und Hektik. Stimmen Sie sich innerlich auf die Reise ein. Auf der Tour selbst ist es ratsam, von Anfang an betont langsam und gleichmäßig zu gehen, auch wenn Sie sich noch so konditionsstark und fit fühlen. Achten Sie beim Steigen auf eine rhythmische, gleichmäßige und tiefe Atmung und tragen Sie möglichst keine schweren Rucksäcke.


Was ist an der Höhe gefährlich?

Es sind der schwindende Sauerstoffgehalt der Luft und der sinkende Luftdruck, aber auch die steigende UV-Intensität. Zeichen einer guten Anpassung an die Höhe sind eine gute Ausdauerleistungsfähigkeit, normaler Ruhepuls (d.h. nicht mehr als 20 % höher im Vergleich zum Flachland), vertiefte Atmung, guter Appetit und mehr als 1 Liter Urin pro Tag. Dafür müssen wir unbedingt sehr viel trinken. Auf großen Höhen sind das 6-7 Liter pro Tag, da wir allein durch die Abatmung bis zu 5 Liter pro Tag verlieren können. Der richtig gestaltete Anstieg sollte am ersten Tag 1.000 m nicht überschreiten, an den weiteren Tagen sogar darunter liegen. An jedem Tag sollte man die ersten 30 Minuten extrem langsam gehen, dann minimal steigern. Am Tag des Gipfelsturms müssen sehr viele Höhenmeter zurückgelegt werden, da in allzu großer Höhe nicht mehr übernachtet werden kann. Man muss demnach an einem Tag auf- und absteigen bis zu der Höhe, in der man vorher gewesen ist. Außerdem gilt der Grundsatz: „Climbing high - sleep low“, d.h. nach Erreichen unserer jeweiligen Übernachtungshöhe sollten wir noch 200 - 300 Höhenmeter aufsteigen und zum Schlafen wieder absteigen. Dieses Vorgehen begünstigt eine bessere Pulsanpassung und ermöglicht einen besseren Schlaf.


Was sind gefährliche Komplikationen?

Beim Bergsteigen kann es zur sogenannten Höhenkrankheit kommen. Diese zeichnet sich durch Wasseransammlungen im Bereich der Lunge oder des Gehirns aus und wird als Höhenlungenödem bzw. Höhenhirnödem bezeichnet. Beides beruht auf geänderten Druck- und Sauerstoffkonzentrationsverhältnissen. Um eine Höhenkrankheit rechtzeitig zu erkennen, sollte man unbedingt auf die Symptome achten – nicht nur bei sich selbst, sondern auch bei anderen Mitgliedern der Reisegruppe.

Dabei sollte man folgendes beachten:

  • Ändert sich die Stimmungslage eines Tourengefährten?
  • Rastet jemand plötzlich auffallend oft?
  • Wirkt jemand beim Rasten oder im Lager ungewohnt still und teilnahmslos?
  • Beobachtet man einen plötzlichen Leistungsabfall oder eine Trittunsicherheit?

Außerdem sind Anzeichen, wie z.B. Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Sehstörungen, Apathie, Halluzinationen und Atemnot unbedingt ernst zu nehmen. Die Symptome können sowohl plötzlich als auch schleichend eintreten.

Wichtig: Atemnot bei Anstrengungen, gelegentliche Kopfschmerzen, Beklemmungsgefühle, Schlaflosigkeit oder unregelmäßiges Atmen im Schlaf sind in der Höhe normal und daher keine Anzeichen von Höhenkrankheit. Trotz allen Ernstes können wir einer solchen Unternehmung durchaus positiv entgegensehen, denn wenn alle Vorschriften und die jeweiligen Empfehlungen des Tourenbegleiters befolgt werden, kann nichts "schief gehen".


Sofortmaßnahmen bei Höhenkrankheit

Auch aus der leichten Form der Höhenkrankheit kann sich innerhalb weniger Stunden eine lebensgefährliche Situation entwickeln. Daher müssen immer sofort und kompromisslos die richtigen Konsequenzen gezogen werden. Bei leichter Höhenkrankheit darf der Aufstieg nicht fortgesetzt, sondern einen Ruhetag einlegt werden. Ist man am nächsten Morgen noch immer nicht beschwerdefrei, muss unter Begleitung abgestiegen werden. Bei schwerer Höhenkrankheit erfolgt der sofortige Abstieg oder Abtransport. Nicht auf Rettung warten - die kommt (wenn überhaupt) fast immer zu spät! Flaschensauerstoff, Medikamente (Aspirin, Ibuprofen, Nifedipin, Diamox u.a.m.) oder ein Überdrucksack sind unter Umständen wertvolle zusätzliche Hilfen. Dies gilt allerdings nur, wenn man damit umgehen kann. Kompromisslos abzusteigen kann dadurch allerdings niemals ersetzt werden.


Und treten trotzdem Höhenprobleme auf?

Unsere Reiseleiter führen stets eine aktuell ausgestattete Trekking-Apotheke mit sich. Diese hält für die akute Höhenkrankheit, das Höhenlungenödem und das Höhenhirnödem entsprechende Medikamente bereit.


Kurzfassung:


  • Konditionstraining
  • Gang zum Arzt vor der Reise, besonders Zahnarzt
  • VIEL trinken
  • Sonnencreme im Handgepäck
  • KEINE Wettläufe während des Anstieges
  • Selbst- und Fremdbeobachtung
  • ständige Pulsmessungen


Wenn Sie unsere Hinweise beachten, werden wir mit einem Gefühl der Freiheit, Unbeschwertheit, Erlösung und des Stolzes auf dem Gipfel ankommen.

SucheSuchen Sie nach Ihrer Erlebnisreise
  • Detailsuche?
  • suchen
Individuelle AnfrageIhr individuelles Reiseangebot
Freie Plätzefür Kurzentschlossene
Urlaubskino von AT REISEN
  • 04. AprKuba
    19 Uhrmit Katja Volmer