Die 10 größten Fehler bei der Besteigung des Kilimanjaro

Die Besteigung des Traumberges Kilimanjaro (5.895 m), des höchsten Berges in Afrika, ist ein Lebensziel. Da er technisch einfach ist, kann der Berg von jedem Menschen, welcher sportlich ambitioniert ist, bestiegen werden. Aber gerade bei der Tour zum Gipfel lauern auch Fehler. Nur 50 % aller Gäste gelingt die Besteigung des höchsten Punktes am Berg, den Uhuru Peak. Peter Kiefer, der bereits 21 Mal auf dem Gipfel des Kilimanjaros stand, verrät, wie Sie die 10 größten Fehler vermeiden können.

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Wie kommen Sie erfolgreich auf den Gipfel des Kilimanjaro?


Die Besteigung des Traumberges Kilimanjaro, des höchsten Berges in Afrika mit seinen 5895 m, ist ein Lebensziel. Da er technisch einfach ist, kann der Berg von jedem Menschen, welcher sportlich ambitioniert ist, bestiegen werden. Aber gerade bei der Tour zum Gipfel lauern auch Fehler. Aber nur 50% aller Gäste gelingt die Besteigung des höchsten Punktes Uhuru Peak. Peter Kiefer verrät, wie Sie die 10 größten Fehler vermeiden.

1) Das Gehtempo ist zu schnell
Eines der größten Fehler am Kilimanjaro ist, zu schnell zu gehen. Hier ist es wichtig, von Anfang an ein langsames und gleichmäßiges Tempo zu gehen. Was ist aber das richtige Tempo? Als Mitteleuropäer sind wir es gewohnt, unsere gesamten Tätigkeiten schnell zu erledigen. Wir haben ja wenig Zeit. Mal schnell einkaufen gehen, noch schnell zum Sport und schnell die und die Arbeit erledigen. Auch wenn man im Mittelgebirge oder in den Alpen wandern geht, schlägt man ein flottes Tempo an. Beim Höhenbergsteigen sollte man dies aber nicht machen. Warum? Erstens haben Sie im Urlaub und am Berg viel Zeit. Zweitens liegt in der Ruhe die Kraft. Es ist also empfehlenswert, ein Tempo anzuschlagen, das vergleichbar mit einem sonntäglichen Stadtbummel ist. Ein schleppender Schritt, eher kleine Schritte und man sollte bei diesem Tempo nicht außer Atem kommen und sich dabei unterhalten können. Je höher man nun kommt, umso langsamer kann man dann weiter werden. Somit geht man von Anfang an enorm kraftsparend und effektiv nach oben.

2) Sie trinken zu wenig und keine warmen Getränke
Eines der obersten Gebote am Berg ist viel, wirklich sehr viel zu trinken. Am Kilimanjaro geht es bis auf 5895 m hinauf, also in eine Höhe, wo die Luftfeuchtigkeit nur noch bei 20-40 % liegt (normal ist zwischen 60% und 80%). Durch die Höhe und die körperliche Belastung ist die Atemfrequenz erheblich gesteigert und gibt Feuchtigkeit an die trockene Luft ab. Abhängig von der Umgebungstemperatur und der Höhe verliert man durch Schweiß und Ausatmung ca. 1-3 Liter Flüssigkeit je Stunde. Unser Körper besteht zu 60% aus Wasser und reagiert äußerst empfindlich bei hohem Wasserverlust. Wasser ist das Transportmedium für Nährstoffe und Sauerstoff und regelt die Körpertemperatur. Ohne Zuführung von ausreichend Wasser nimmt die Leistungsfähigkeit, Ausdauer, Koordination und Konzentration ab. Durch die verminderte Fließeigenschaft des Blutes steigt die Thrombosegefahr und die Gefahr einer Lungenembolie und Erfrierungen. Der Kilimanjaro-Gipfel rückt somit in weite Ferne. Jeder sollte am Berg zwischen 3-5 Litern über einen Tag verteilt trinken. Je höher hinauf es geht, umso mehr sollte man trinken. Dabei sind leicht gezuckerte Tees sehr gut. Es gibt viele Gäste am Kilimanjaro, vor allem Amerikaner und Engländer, die benutzen nur durchsichtige Plastikflaschen für ihre Besteigung. Diese sind oftmals außen am Rucksack oder am Hosengürtel befestigt. Das Getränk darin ist entweder kalt eingefüllt oder wird automatisch durch die kühlen Außentemperaturen kalt. Ab einer Höhe von 3500 m dann sogar kälter als im Kühlschrank. Im Winter trinkt man ja gerne warme Getränke. Die wärmen den Körper und bringen ihm gefühlt neue Energie. Genauso sollte man es auch bei der Besteigung des höchsten Bergen von Afrika machen. Warmer Tee ist besser verträglich als kaltes Wasser. Dabei sollte man die Geschmackssorte nehmen, die einem schmeckt und den man gerne trinkt. Schwarzen Tee gerne tagsüber, aber nicht am Abend. Und das Ganze kann sich jeder in seine Thermosflasche füllen, dann hält der heiße/warme Tee auch lange. Angebotene Trinksysteme benutzen meist auch nur englischsprachige Nationen. Bei uns hat sich dies beim Bergsteigen nicht durchgesetzt, da das warme Getränk relativ schnell auskühlt und bei Minusgraden der Schlauch einfriert. Des Weiteren ist ein trinken während der Bewegung- Belastung doch recht gewöhnungsbedürftig. Entweder man muss seinen Schritt anhalten und kommt damit aus dem kontinuierlichen Gehtempo oder man trinkt in der Bewegung und verschluckt sich. Hier ist ein trinken in festen Pausen viel effektiver und entspannter.

3) Stress - Sie bringen keine Ruhe am Berg mit
Wir alle kommen aus einem Industriestaat und sind im täglichen Business eingepackt. Das heißt, wir leben in einem streng selbst getakteten Zeitplan. Je mehr wir am Tag schaffen, umso größer ist unser Ertrag. Beim Bergsteigen allerdings sind Konzentration und Ruhe sehr wichtig, gerade bei der Besteigung hoher Berge wie dem Kilimanjaro. Wer dabei seinen Körper nicht in den Ruhemodus runterfährt, der wird scheitern. Das geht schon bei der Anreise los. Die Arbeit muss zu Hause bleiben, also nicht mit dem Handy noch am Flughafen wild Entscheidungen herbeiführen. Auch in Tansania sollte das Telefon in der Tasche bleiben. Unterwegs am Berg ganz ruhig laufen, jede Bewegung in Ruhe und nicht in Hast ausführen. Tasche packen, zum Essen gehen, Essen selbst, Toilettengang - bitte alles in Ruhe. Man hat genügend Zeit am Tag, keiner hetzt einen. Die innere Ruhe sollte ihr stetiger Begleiter sein. Sie haben gut trainiert, die Ausrüstung passt und Sie haben den richtigen Veranstalter gewählt. Somit können Sie entspannt sein und in sich ruhen. Also: "Pole Pole" ist das Zauberwort.

4) Sie essen nichts/zu wenig auf der Gipfeletappe
Gerade am Kilimanjaro haben viele Personen ihren ersten richtig hohen Berg vor sich und kennen dieses Gefühl noch nicht. Das Gefühl, je höher man steigt, desto weniger Hunger hat man und die Verdauung arbeitet langsamer. Aber gerade hier, speziell auf der Gipfeletappe zum höchsten Berg Afrikas, braucht unser Körper bis zu 2,5 Mal mehr Energie als auf normaler Höhe. Durch die große Anstrengung und der Kälte sogar noch mehr. Sind unsere Speicher leer, bekommt man Symptome, wie Schwindel, zitternde Muskeln, Erschöpfung. Man friert auch schneller. Damit diese Symptome nicht auftreten, sollte man nach dem Start in der Nacht am besten nach ca. 2 Stunden eine erste Pause zum Nachschub an Kohlehydraten und Trinken einlegen. Danach dann aller 1 Stunde. Die Nahrung ist somit unser Benzin im Tank. Gut eignen sich hierbei Energie-Gels und spezielle Power-Gummitiere. Hingegen eignen sich Energieriegel, Vollkornkekse oder Schokolade auf der Gipfeltour am Kilimanjaro nicht so sehr. Zum einen ist es zu kalt (Schoki + Riegel gefrieren oder sind extrem hart) und zum anderen wird der Mund extrem trocken und die kleinen Krümel kratzen im Hals, wo man sie schwer rausbekommt.

5) Sie haben die falsche Ausrüstung dabei
Viele denken, dass der Kilimanjaro ein einfacher Berg ist, da keinerlei Bergkenntnisse Voraussetzung sind. Das heißt, ich nehme die gleichen Sachen mit, die ich hier für eine Wanderung in den Mittelgebirgen benötige. Aber das ist ein großer Fehler. Zum einen ist man am Kilimanjaro bis in den alpinen Bereich unterwegs und zum anderen geht es bis auf eine Höhe knapp an die 6000 m heran. In diesen Höhen sind teilweise extrem kalte Winde und Temperaturen bis minus 20°C möglich. Jeder Bergsteiger benötigt somit warme Kleidung, gut abgestimmt als Zwiebelsystem. Wichtig sind hier Thermounterwäsche, warme Bergstrümpfe, Trekking/Goretex Hose, Skipullover/Fleecepullover, wind- und wasserdichte Funktionsjacke, dünne Isolationsjacke (Daune oder Kunstfaser) und gerne auch eine Daunenweste. Weiterhin eine warme Wollmütze oder Mütze mit Fleeceinnenteil und ein paar gute Fausthandschuhe oder Fingerhandschuhe. Da Frauen eher frieren und somit viel Energie beim Frieren abgeben, benötigen sie zusätzlich Leggins, eine dünne Daunenjacke, 2 Mützen, dicke Fausthandschuhe oder einen dünnen Innenhandschuh.

6) Abstieg ohne Stöcke
Nicht der Aufstieg ist das anstrengendste, sondern der Abstieg. Hier geht man über 4000 Höhenmeter in 1,5 Tagen nach unten. Dies bringt eine extreme Belastung für den Rücken und die Knie mit sich. Ohne Stöcke kommen Sie sicherlich unten an, aber gesund für Rücken und Knie ist dies nicht. Und für den Anschlussurlaub Safari oder Baden bringt dies mind. 3 Tage einen ordentlichen Muskelkater. Möchten Sie aber entspannt die Tage verbringen und Ihre Knie und den Rücken schützen, benutzen Sie ein paar Trekkingstöcke. Damit verlagern Sie Ihr Gewicht beim Abstieg auf die Schultern und die Arme. Aber wichtig dabei ist die richtige Technik. Die Stöcke sind dabei lang auszufahren und vor Ihrem Körper zu tragen, nicht seitlich. Damit bremsen Sie beim hinunterlaufen den Schub der Abstiegsrichtung. Die Handflächen ruhen auf dem Kopf des Stockes, die Hände sind nicht in den Schlaufen.

7) Man hat die falschen Leute um sich herum
Ganz allein den Kili zu besteigen ist nur was für Eremiten. Am Berg ist man gerne in einer kleinen Gruppe, mit sogenannten Bergkameraden unterwegs. Am schönsten ist natürlich, wenn man mit seinen Freunden solch eine Besteigung unternimmt, in kleiner Gruppe ab 4 Personen. Diese Tour sollte dann eine individuelle Privattour vor Ort sein. Bitte buchen Sie sich nicht in eine Sammelgruppe von Vorortveranstaltern ein. Dies kann zwar durch die verschiedensten Nationalitäten recht interessant sein, aber es bringt mehr Nachteile mit sich. Das Essen wird dann einheitlich im "english-style" serviert. Deutschsprachige Bergsteiger brauchen aber statt Bohnen, in Fett gebackene Sandwiches und Porridge ein anderes Essen, um glücklich zu werden und Kraft zu bekommen. Auch Gehtempo, Pünktlichkeit und Disziplin am Berg wird bei anderen Nationalitäten anders gehandhabt. Zu guter Letzt natürlich die Sprache. Auch wenn jeder etwas Englisch sprechen kann - auf fast 6000 m kann man sich auf eine fremde Sprache kaum noch konzentrieren. Besser ist es somit, mit einem deutschsprachigen einheimischen Guide zu gehen oder in einer Reisegruppe mit einem deutschen oder österreichischen Reiseleiter, der genügend Erfahrung am Berg mitbringt.

8) Ohne Training kein Erfolg
Für die Besteigung des Kilimanjaro über eine Woche, mit dem täglichen Wandern und der großen Höhendifferenz, muss der Körper gut vorbereitet werden und man benötigt in erster Linie Langzeitausdauer. Sonst droht Muskelkater, man fühlt sich schlapp und hat keinerlei Energie mehr, um zum Gipfel zu gelangen. Für so eine Bergtour sollte nicht nur Herz und Kreislauf trainiert werden, sondern auch speziell die Beine und der Rücken. Dabei ist empfohlen, sich 2 Mal die Woche ca. 45-60 min. im Ausdauerbereich zu bewegen. Radfahren, Laufen, Stepper oder Crosstrainer sind sehr gut. Mit solchen Reizen kann man die Leistung innerhalb von 2-4 Monaten deutlich steigern. Mit der Ausdauer trainiert man aber auch die psychische Fähigkeit, einer Belastung standzuhalten und sich anschließend rasch zu erholen. Weiterhin trainiert man sich eine Sicherheitsreserve an, um in Stresssituationen (Kälte, Sturm) besser damit umgehen zu können. Weiterhin ist empfohlen, auch den Schultergürtel und den Rücken zu trainieren. Gerade das Rucksacktragen ist keiner gewöhnt und je höher man kommt, umso schwerer fühlt sich das Tragen an. Die Folge: der Rücken, Schulter und die HWS verkrampfen und ziehen dem Körper Energie heraus. Tipp dazu: leichte Kraftübungen für Arme und Schultern, wie Liegestütz, Schrägklimmzüge, Rückenspannungsübungen etc. Aber man sollte immer beachten: Training soll Spaß machen.

9) Eine Besteigung in der falschen Jahreszeit
Den Kilimanjaro besteigt man am Besten in den Monaten Juni bis Mitte November und von Mitte Dezember bis Mitte März. Dazwischen ist die große Regenzeit im April und Mai sowie die kleine Regenzeit von Ende November bis Anfang Dezember. Die Wahrscheinlichkeit, dass es heftigere Regengüsse in dieser Zeit gibt, ist um vieles höher. Diese Nässe kühlt den Körper aus, demotiviert und Sie sehen nicht die Schönheit des Berges. In den Lagen ab 4600 m fällt der Niederschlag dann auch als Schnee, was eine Besteigung ohne Steigeisen fast unmöglich macht. Die sichersten Monate sind September und Oktober, dann herrscht Trockenzeit und weniger Personen sind am Berg unterwegs.

10) Falsche Beratung und ohne Profis am Berg
Dieser Fehler fängt schon zu Hause bei der Planung an. Es gibt so viele Touranbieter sowie Firmen vor Ort, die den Kilimanjaro im Internet als Besteigung anbieten. Doch welcher ist der Richtige? Wer ist zuverlässig und bietet eine gute Qualität, damit der Gast zum Gipfel kommt? Hierbei sollte nicht vorrangig der Preis entscheiden, sondern die Qualität. Denn was bringt es, wenn man 100,- bis 300,- Euro weniger bezahlt hat und dann aber nicht oben angekommen ist? Wichtig ist es, sich auf einen erfahrenen Reiseveranstalter einzulassen, der schon selbst mehrere Male den Kilimanjaro über die verschiedensten Routen bestiegen hat. Nur dieser kann seine Gäste gut beraten und sie auf den Berg einstellen. Er kennt sich bei der Ausrüstung aus und betreut die Gäste von Anfang bis Ende. Auch auf die einheimische Begleitmannschaft hat er ein Auge und arbeitet nur mit einer zuverlässigen Vorortfirma zusammen. Diese wird von ihm in Sachen Qualität kontrolliert. Zelte, Essen, Stühle müssen einwandfrei und gut sein und die Berg-Guides einfühlsam, kommunikativ und serviceorientiert.


Haben Sie nun auch Lust bekommen, den Kilimanjaro zu besteigen? Wir führen Sie gern zum Gipfel. Informieren Sie sich jetzt über unsere Reisen zum Kilimanjaro.

Blogeintrag verfasst von Peter Kiefer am 24.01.2021

Peter Kiefer
Geschäftsführer, Abteilungsleiter Afrika, Marketing & Werbung

Ihr Ansprechpartner für Tansania, Kenia, Uganda, Skireisen, Expeditionen

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